Der Ausbau der Wasserstoffkapazitäten kann einen neuen klimaneutralen Energieträger auch für KWK-Anlagen erschließen

Mit der von der Bundesregierung beschlossenen Wasserstoffstrategie für Deutschland (RGC berichtete) soll „Wasserstoff, der auf Basis erneuerbarer Energien hergestellt wurde“ (= „grüner Wasserstoff“), künftig als Energieträger zum Erreichen der angestrebten Klimaneutralität genutzt werden. Bisher mit fossilen Brennstoffen betriebene industrielle Verfahren und Prozesse sollen auf emissionsarme Prozesse umgestellt werden.

Auch in KWK-Anlagen ist der Einsatz von Wasserstoff als Brennstoff bereits möglich:

Mehrere Hersteller erproben, wie sich Motoren verhalten, wenn sich der Anteil am Wasserstoff im Gasverteilungsnetz erhöht. Bei Wasserstoffzumischungen bis maximal zehn Prozent soll ein Betrieb der bisherigen Gasmotoren gut möglich sein, sogar ohne Umrüstungen.

Schon 2019 ging das erste BHKW mit reinem Wasserstoff in Betrieb. In einem Pilotprojekt der Städtische Betriebe Haßfurt GmbH mit Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) wurde eine bestehende Power-to-Gas Anlage um ein Wasserstoff-Blockheizkraftwerk (H2-BHKW) zur Rückverstromung von regenerativ gewonnenem Wasserstoff erweitert. Die innovative Anlage hat eine elektrische Leistung von bis zu 200 kW, wird reiner Wasserstoff eingesetzt, erreicht das Aggregat bisher 140 kW.

Es besteht aber weiterhin Forschungsbedarf, welche Anpassungen an größeren Motoren erforderlich sind, um BHKW mit variablen Wasserstoff-Erdgas-Gemischen bis hin zu 100 % Wasserstoff ohne Leistungsreduzierungen mit hohen Wirkungsgraden zu betreiben.

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